Sarasani

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Ein Sarasani ist ein pyramidenförmiges Zelt, welches vor allem in Lagern aufgebaut wird. Durch seine Grösse kann es gut als Besammlungsplatz oder Essenszelt dienen. Auch diverse andere Aktivitäten können im Sarasani durchgeführt werden.

Arten von Sarasanis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt mehrere Arten einen Sarasani aufzubauen. Nachfolgend werden drei Varianten vorgestellt:

  1. Sarasani mit Mast
  2. Sarasani am fixen Mast
  3. Aufgehängter Sarasani

Sarasani mit Mast[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Aufbau eines Sarasani mit Mast im Zentrum, der noch gestellt werden muss, bietet sich folgender Ablauf an (Bilder zu den einzelnen Schritten sind am Ende des Paragraphen gesammelt und mit den entsprechenden Nummern vermerkt.)

Wer die folgenden Punkte gerne als Merkblatt hätte, soll sich bei Scirocco melden.

  1. Vorbereiten - Berechnung (siehe Material)
    1. Wie gross muss das Zelt werden?
    2. Berechnung Material
  2. Knöpfen
    1. Drei Teile (eventuell noch Fensterblachen einknöpfen) knöpfen. Für die Grössenberechnung, siehe Grössenberechnung.
    2. In die Ösen bei mehreren Blachen empfiehlt es sich, Kabelbinder einzuarbeiten, damit die Blachenknöpfe weniger Lasten tragen müssen.
    3. Achtung: Auf den Wasserlauf muss aufgepasst werden!
    4. Die drei geknüpften Teile zusammenfügen, aber eine Kante noch offen lassen (damit das Zelt später um den Mast gelegt werden kann)
      Punkt 2: Aufsicht auf einen Sarasani. Die 3 Seiten sind zu sehen.
  3. Vorbereiten - Grundlagen
    1. Abstecken (siehe Bild)
    2. Pflöcke einschlagen: 6 Pflöcke, je 2 in den Ecken, zweiter Pflock in der Verlängerung der Linie Mitte-erster Pflock
    3. Loch in der Mitte für den Mast graben (ca. 30–50 cm tief)
    4. Stamm schälen am oberen Ende (ungefähr 1–1.5 m). Dadurch verrutschen die Gurte und Schlingen nicht am oberen Ende.
    5. Stöckchen für die drei Spanner suchen.
      Punkt 3.1: Abmessen der Positionen für die Heringe
      Punkt 3.4: Stamm schälen
  4. Stamm Aufhängung montieren Allgemeine Bemerkung: Damit die Bandschlingen nicht verrutschten, können sie je mit Nägeln ober- und unterhalb der Schlinge befestigt werden. Es folgt eine Reihenfolge der Aufhängungen, welche in dieser Reihenfolge am Stamm befestigt werden müssen.
    1. Optional:
      1. Fahne befestigen mit Stab und Parallelbund
      2. Dach gegen Regen: 3 Blachen wie ein Sarasani knüpfen, mit Parallelbund zuerst oben am Mast befestigen, an den Eckpunkten ganz am Schluss herunterspannen.
    2. (Fix-Seile) Drei Seile zum Fixieren des Stammes mit einem Mastwurf fixieren und ein Ende abbrezeln (keine Hanf-Seile verwenden, da sich diese bei Regen zusammenziehen)
    3. (Personen-Seil) Eine Banschlinge und eine Rolle als Personenaufzug montieren (ein dynamisches Seil einziehen)
    4. (Aufzug-Seile) Drei Bandschlingen und 3 Rölleli mit je einem Seil für den Aufzug des Zeltes anbringen.
    5. 20–30 cm Abstand freihalten
    6. (Fix-Schlingen) Drei Bandschlingen und 3 Karabiner für die Fix-Installation des Sarasani
    7. Metall-Dreieck (zur Formerhaltung) mit 3 Bandschlingen (den Kanten nach) und mit Karabinern in den Ecken fixieren und unten am Mast einfädeln
      Punkt 4.1.1: Reihenfolge der Aufhängungen
  5. Mast stellen
    1. Ab jetzt gilt Helmpflicht!
    2. Pro Fix-Seil: zwei Personen welche ziehen
    3. Eine Person geht umher und gibt Kommandos, in welche Richtung die Aufzieher ziehen müssen, damit der Mast gerade steht.
    4. Aufziehen
    5. Spanner in den Fix-Seilen vorbereiten (Stöckchen von vorher einbauen)
    6. Die Fix-Seile werden nun an den äusseren Pflöcken mit einem Spanner befestigt.
      Punkt 5: Aufrichten des Mastes
  6. Vorbereiten - Aufziehen
    1. Blachen um den Mast legen, letzte Kante zuknüpfen
    2. Metall-Dreieck an den Aufzug-Seilen auf Arbeitshöhe ziehen (ca. 1–1.5 m über Boden)
    3. In den Ecken des Metall-Dreiecks: 3 lange Spannsets einhaken (werden später verwendet, um die Blachen nach aussen zu ziehen, alternativ könnten auch Seile verwendet werden)
    4. Drei kurze Spannsets um die Mitte der Dreiecks-Kanten legen; Richtung: die Diagonale der obersten Blache (im Bild: blau), durch die 4 Ösen der dort liegenden Blachen ziehen, von aussen mit einem Karabiner einhaken und auf die Blachen-Diagonalen-Länge einstellen. Dies muss sehr genau sein, da der Sarasani später an diesen Spannsets hängt und sonst verrutscht. Die Blachen sind ansonsten nicht am Dreieck befestigt, sie werden wirklich nur von den blauen Spannsets getragen.
      Punkt 6.3 und 6.4: Die Spannsets werden eingearbeitet.
  7. Aufziehen
    1. Mit den drei Aufzugs-Seilen das Zelt so hoch ziehen, dass das Metall-Dreieck höher als die Fix-Schlingen hängt, Aufzugs-Seile fixieren (z. B. unten am Mast)
    2. Mit Personen-Seil eine Person im Inneren des Zeltes hochziehen. Aufgabe dieser Person: Das Metall-Dreieck von den Aufzugs-Seilen in die die Fix-Schlingen umhängen. Von unten kann geholfen werden, indem das Zelt kurzfristig an einzelnen Aufzugs-Seilen ein bisschen mehr hochgezogen wird.
      Punkt 7: Aufziehen des Zeltes
  8. Spannen, Aufräumen
    1. Aufzugs-Seile abbauen (somit hängt nur noch das Personen-Seil am Mast herunter). Dieses wird möglichst hoch oben am Mast befestigt, damit die Kinder nicht dran kommen.
    2. Sarasani spannen:
      1. Mit Parallelbund an jeder Ecke die unten herausragt, ein Seil befestigen
      2. Grosse Spannsets an den innern Pflöcken abspannen
      3. Restliche Seile den einzelnen Blachen-Diagonalen mit kleinen Pflöcken nach Unten spannen.
    3. Das restliche Material und die nicht mehr gebrauchten Materialien wie Helme, Gstältli, etc. können nun wieder im Material-Zelt aufgeräumt werden.
      Punkt 8: Der finale Sarasani steht

Sarasani mit fixem Mast[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einem Mast, der schon fix auf einem Zeltplatz steht, gelten die gleichen Punkte wie beim Sarasani mit Mast, jedoch können die einzelnen Seile und Schlaufen nicht schon am Stamm montiert werden. Auch die drei Fix-Seile werden nicht gebraucht, da der Stamm ja schon steht. Für den Aufbau muss eine Person dem Stamm emporklettern und dort die benötigten Seile fixieren. Es empfiehlt sich, gleich noch ein Rölleli mit einem Seil zu montieren, damit für den Abbau des Sarasani alles bereit ist.

Aufgehänger Sarasani[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zu den anderen beiden Arten von Sarasanis, hat diese Variante in der Mitte des Zeltes keinen Stamm im Weg. Für den Aufbau braucht es zwei Bäume in Abstand von mindestens einer Zelt-Diagonale.

Pro Baum muss jemand hochsteigen (deutlich mehr als die Sarasani-Höhe, es empfiehlt sich also 15–20 m). Zwischen den Bäumen wird dann ein Seil mit einem Rölleli in der Mitte gespannt, mit welchem am Schluss das Zelt hochgezogen wird. Alternativ zum Seil zwischen den Bäumen kann auch ein Habegger verwendet werden. Das Zelt wird normal geknöpft, es kann auch ein Metalldreieck eingearbeitet werden. Dadurch erhält der Sarasani Stabilität und sieht schöner aus.

Nach dem Knöpfen wird der Sarasani in der Mitte (der Spitze) abgebunden. Dieses Seil sollte durch das Rölleli oben und kann dann auf der anderen Seite nach unten an einen Baum abgebunden werden (z. B. mit einem Wickelknoten). Nach dem Aufziehen kann der Sarasani noch fertig gespannt werden und das Material wird noch fertig aufgeräumt.

Grössenberechnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Grössenberechnung hat das Team von Outdoortech ein sehr gutes Merkblatt verfasst. Es empfiehlt sich, den Sarasani eher gross genug zu bauen, damit auch bei schlechtem Wetter alle Lagerteilnehmer darin Platz finden.

Sicherheitsüberlegungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Sarasani ist sicher, sofern alles richtig gebaut wurde. Es empfiehlt sich also, einen Kurs in Richtung Pioniertechnik oder Sarasani-Bau zu absolvieren (mindestens der Aufbauleiter sollte schon wissen, auf was es ankommt).

Solche Kurse werden zum Beispiel von Outdoortech oder dem Cevi ZH-SH-GL durchgeführt.

Speziell auch beim Aufbau könnte es passieren, dass der Mast oder Teile des Zeltes (insbesondere das Metall-Dreieck) wieder herunterfallen. Darum sind Helme sicher zwingend. Weitere Massnahmen wie zum Beispiel grossflächige Sperrung während dem Aufbau sind sicher nicht falsch.

Material[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Bau eines Sarasani sind diverse Materialien notwendig. Hier folgt eine (möglichst vollständige) Liste:

  • Blachen (siehe auch Grössenberechnung)
  • Fensterblachen (optional)
  • Kabelbinder (siehe Punkt 2.2 unter Sarasani mit Mast) (optional)
  • 6 Pflöcke für das Spannen der Haupt-Seile (Fix-Seile und Spannsets)
  • Heringe
  • Schnur
  • 3 Seile (keine Hanfseile) für die Stamm-Fixierung
  • 1 dynamisches Seil (Personen-Aufzug)
  • 7 Bandschlingen (3 für Aufzug, 3 für Fix-Installation, 1 für Personen-Aufzugs-Rölleli)
  • Metalldreieck (optional)
  • Helme (für jeden "Bauarbeiter" einen)
  • Vorschlaghammer
  • Locheisen
  • Schaufel
  • Massband
  • Spannsets (3x lang (10–20 m), 3x kurz (5 m)

Vor- und Nachteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Metalldreieck (oder Holzdreieck)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorteile Nachteile
gibt eine gute Form kann kaputt gehen (aus diesem Grund werden im Aufbau Bandschlingen der Länge nach eingehängt)
stabil schwer
einfach, das Zelt oben zu fixieren muss vor dem Lager gemacht werden

Die drei Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauart Vorteile Nachteile
Sarasani mit Mast steht frei (unabhängig von Bäumen) Mast in der Mitte
kann (fast) überall gebaut werden braucht viel Piotech-Material
Sarasani mit fixem Mast steht sicher Montage von Seilen fürs hochziehen ist schwierig
es muss kein Mast aufgezogen werden braucht viel Piotech-Material
Mast muss vorhanden sein
Aufgehängter Sarasani erfordert keinen Mast abhängig von Bäumen
weniger Piotech-Material sieht weniger schön aus